Zeitschrift: Digitale Fotografie

Vor kurzem wurde ich vom Ultimate Guide Media Verlag kontaktiert: man möchte mir eine Ausgabe der Zeitschrift „Digitale Fotografie“ zum Anschauen und Beurteilen zusenden.

Diese Ausgabe liegt nun vor mir und ich bin überrascht, positiv überrascht. Beim ersten schnellen Durchblättern bleibe ich immer wieder bei einigen Bildern bzw. Beiträgen hängen. Das Heft spricht mich mehr an, als ich erwartet hätte. Für mich macht es die Zusammensetzung der Themen, sowie die Art der Beiträge und Details, aus.

Aber nun der Reihe nach:

Schaukasten
Zu Beginn sieht man Bilder von den Lesern. Bei jedem Bild steht, von wem es ist, was der Leser hauptberuflich macht, wie und wo dieses Bild entstand und – das für mich wichtigste – die Belichtungsdaten, wie genau dieses Foto dann gemacht wurde. Gerade der letzte Punkt macht es für mich aus. Wie viele Bilder sieht man im Netz ohne zu wissen mit welchen Einstellungen es geschossen wurde? Und viele Fotografen geben diese Infos nur ungern oder gar nicht her (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Die Entstehungsgeschichten der Bilder sind angenehm und kurzweilig zu lesen, ich fand diese Hintergrundinfos wie das Bild entstand, sehr interessant.

Aus diesen Bildern kann man sich viele Ideen und Anregungen holen, die Belichtungsdaten sind gerade für Anfänger ideal um daraus zu sehen, wie das gemacht wurde. Nur bei einem Beitrag (lt. Angaben ist er Fotograf und Grafiker) missfiel mir die Überheblichkeit des Lesers. Die Bilder waren toll, aber er machte den Eindruck auf mich, dass er sich über sein Equipment identifiziert, so nach dem Motto „nur wer teures Equipment hat, macht gute Bilder). Aber das war nur meine persönliche Meinung beim Lesen.

Bei den meisten tollen Bildern denke ich mir, dass diese Leser ihren eigentlichen Beruf verfehlt haben. Da ist Talent in Massen „versteckt“.

Mach Dein Bild
Über 35 Seiten werden hier Bilder zu vielen verschiedenen Themen (in meiner Ausgabe waren das: Studioleben, Landschaftsaufnahme, Reflexionen, Panorama, Makro, Porträt mit Wind, Nachtfahrt) gezeigt. Das wäre ja jetzt noch nichts Außergewöhnliches, wenn da nicht bei jedem Bild ein Making-of wäre. Jedes Bild wird genau erklärt, wie es gemacht wurde – Cam-Montage am Stativ, Lichtsituation+Einstellung oder wie gewisse Effekte erstellt wurden. Manche sind so simple, dass ich mich gefragt habe, warum ich da noch nicht selbst drauf gekommen bin. Ich habe mir daraus schon einige Idee auf meine „to-do“-Liste geschrieben.

Kreatives Auge
Hier werden zu verschiedenen Themen mehrere mögliche Umsetzungen gezeigt. Einige kennen das sicher aus diversen Foto-Communities, wo ein Thema vorgegeben wird und die Fotografen versuchen das umzusetzen. Das hat mich persönlich angesprochen, weil Teile davon genau in mein Interessensgebiet fallen. Der Abschnitt gefällt sicher nicht jedem, aber Ideen kann man sich trotzdem herauspicken.

Kameratechnik
Der für mich schwächste Teil im Heft. Auf 2 Doppelseiten werden ein paar Funktionen der Kamera erklärt, was sie können, was man damit macht. In dem Fall waren das Histogramme, LiveView, Bildschirmhelligkeit vom Cam-Display, Auto ISO, Bildstile, Sensorreinigung, Bedienelemente und ein paar kleine Infos.
Ich will da jetzt nicht auf alles eingehen, aber, dass eine Fachzeitschrift Bildstile empfiehlt, finde ich ganz ehrlich für falsch. Man sollte die Leser meiner Meinung nach eher dazu animieren, weg davon zu kommen und die Cam + diverse Einstellungen zu verstehen. Da ist der Weg über die Bildstile in meinen Augen dafür nicht richtig.

So werden Sie zum Porträt-Experten
Über 25 Seiten gibt es hier Tipps zum Porträt-Thema im Bereich Blitzen, sowie Lichtstimmungen (Tageslicht+Blitz), aber auch unterschiedlicher Posen. Da sind gute Ideen dabei, also wer sich für das Thema Porträt interessiert, findet hier sicher gute Anregungen. Auf alle Punkte kann ich hier nicht eingehen, das würde dann etwas zu viel werden.

Expertenmeinungen
Hier haben die Leser die Möglichkeit ihre Bilder von Experten beurteilen zu lassen. Die Experten sagen dann was an dem Bild gefällt bzw. was man ändern könnte.

Ich weiß nicht, ob diese Expertengruppe in jedem Heft die gleiche ist. In meiner Ausgabe waren es Daniel Lezano, Ross Hoddinott, Lee Frost und Jordan Butters.

Jedes Leser-Bild wird von 2 Experten beurteilt. Sie gehen auf das Bild ein, sagen was ihnen gefällt, erwähnen aber auch was man besser machen könnte. Die Kritik ist sachlich und es gibt Verbesserungsvorschläge, auch wenn ich nicht allen zustimme – aber das ist schon ok so, schließlich sind Geschmäcker verschieden. 😉 Jede Kritik wird auch begründet, warum man es besser anders gemacht hätte.

Profifotografen auf Reisen
Wie der Thementitel schon verrät, sind hier die Fotografen unterwegs und berichten von ihrer Reise. Was mir hier leider fehlt, ist genau das, was ich zum Beginn des Heftes gelobt habe – die Info der Aufnahmedaten. Es sind tolle Bilder dabei, aber leider erfährt man nicht, wie diese gemacht wurden. Die Fotografen erzählen zwar, wie ihre Planung aussieht, also welche Art von Bilder man mit nach Hause nehmen will bzw. durch den Auftrag einer Agentur mitbringen muss, aber auf die genauen Aufnahmedaten wird nicht eingegangen. Und ganz ehrlich: um solche Aufträge beneide ich diese Fotografen. 😉

Zum Abschluss: Kurz belichtet
In diesem Abschlussteil des Heftes geht man auf alles in der Welt der Fotografie ein, was gerade aktuell – oder wie es im Heft steht „angesagt“ – ist.
Über die Ergebnisse von Wettbewerben bis zu Produktneuheiten wird hier einiges angeführt.

Auf der letzten Seite findet man ein nettes Gadget. Da es die letzte Seite ist, ist diese etwas stärker gedruckt – und darauf findet man eine Graukarte sowie Weissabgleichkarte zum Ausschneiden. Das finde ich eine nette Idee. 🙂

Fazit:
Wie zu Beginn geschrieben, das Heft macht Spaß zum Durchblättern und ich habe mir daraus einige Ideen geholt.

Die Heftkosten: DE EUR 9,99 / AT EUR 11,- / CH CHF 15,- / LU+BE EUR 11,50

 

Zum Abschluss noch eine kurze Info an den Ultimate Guide Media Verlag.

Wenn ihr Fotografen ersucht, euer Magazin durchzuschauen, zu beurteilen und darüber zu bloggen, dann macht das mit einer neutralen Aufforderung. Der Zusatz „Wenn Ihnen die Zeitschrift gefällt, würden wir uns freuen, wenn Sie darüber bloggen und wir sorgen dafür, dass Sie unsere Zeitschrift ein ganzes Jahr lang kostenlos weiterhin bekommen!“ kann als Aufforderung verstanden werden, dass man nur darüber bloggen soll, wenn es einem gefällt. Und dieser Satz kam bei etlichen Fotografen, die ihr angeschrieben habt, nicht gut an. Da wäre es besser gewesen, ihr hättet ein Exemplar zum Testen verschickt und danach, wenn der Fotograf sein Ergebnis gepostet hätte, als Danke schön von euch das Jahres-Abo angeboten.

Ich gehe mal davon aus, dass ihr von eurer Zeitschrift überzeugt seid – dann habt ihr so etwas nicht notwendig. Für mich war es ein Grund darüber länger nachzudenken, ob ich auf euer Angebot überhaupt einsteige. Das Ergebnis sieht man hier, die Zeitschrift ist ok – aber die Beurteilung ist sicherlich nicht wegen eurem Angebot entstanden.

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