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Making of “Splash-Shooting”

Wie im Beitrag “Splash-Shooting” schon angekündigt, hier ein kleines making-of.

Equipment beim Shooting:

  • 1 Kamera (in meinem Fall die Canon 7D)
  • 2 Stative (1x für Kamera, 1x für ext. Blitz von oben)
  • 4 Blitze
    • 1 interner Blitz, der als Auslöser fungiert
    • 3 externe Blitze
      • davon 1 Canon-Blitz (Speedlite 580ex II), als Slave konfiguriert, der per Funk ausgelöst wurde
      • 2 Blitze, die auf Lichtsensorbasis arbeiten. D.h. die lösen aus, sobald diese erkennen, dass ein anderer Blitz auslöst.
        Das klingt zwar alles nach Kettenreaktion (ist es ja auch) und einem etwas zeitlich verlängertem Ablauf, aber das findet alles in so einem kleinen Zeitfenster statt, dass dadurch kein Problem entsteht.
  • 1 Glas
  • Milch
  • Backblech (oder ähnliches, zum Auffangen der Milch, die direkt vom Glas rausgeschwemmt wird)
  • Alufolie (für das Backblech, damit das Blitzlicht von unten reflektiert wird – man braucht in dem Fall jedes nur mögliche Licht)
  • Objekte zum “in-die-Milch-fallen-lassen” – bei mir war es ein Schokoriegel.
    Diese Riegel sind länglich. Das hat den Vorteil, dass man etwas mehr Zeit und somit bessere Chancen hat, den Riegel beim Eintauchen in die Milch zu erwischen. Bei meinen ersten Proben hatte ich nur ein kleines Teil (in der Größe einer Erdbeere) zur Verfügung und dabei immer nur den Splash erwischt oder das Teil während der “Flugphase”. Das war dann mit dem Riegel etwas einfacher.
  • Hilfsmittel, die der eigene Haushalt her gibt
    Ich habe das Glas bzw. einen Blitz etwas erhöhen müssen und dazu einfach genommen was daheim verfügbar war
  • mehrlagige Taschentücher
    mehrlagig deswegen, damit man die einzelnen Schichten des Papiers lösen kann. Eine Einzelschicht lag jeweils über den Blitzen, damit kein direktes Blitzlicht auf das Glas bzw. auf die Milch direkt traf und somit keine Überstrahlung entstehen konnte
  • Plastikfolie (zum Abdecken der Fotoausrüstung)
  • eine Küchenrolle
  • etwas Klebeband
  • eine Münze (ich nahm eine EUR 2,- Münze)
    die Münze kommt dann mit dem Klebeband an den unteren Teil dies Schokoriegels. Das bringt nicht nur den Vorteil, dass der Riegel relativ gerade in die Milch eintaucht (er würde sonst noch mehr kippen, als er es eh schon macht), sondern man erzeugt dadurch einen höheren Splash-Effekt. Durch die Größe+Schwere der Münze wird einfach mehr Milch verdrängt und das tut den Fotos gut!

Das Ganze baut man nun auf. Die meisten Dinge sind eh logisch wo sie stehen, bei den Blitzen muss man es einfach ausprobieren. Die 2 (Sensor-)Blitze standen seitlich vom Glas – erhöht, sodass die Blitze über dem Glas waren und das Licht direkt auf den Riegel+Milch fallen konnte.

Das Backblech, in Alufolie eingewickelt, ist direkt unter dem Glas. Nicht nur jetzt wegen der Reflexion der Alufolie von unten, sondern vor allem, dass die überschwappende Milch gut aufgefangen wird. Auch wenn man das anfangs für unnötig hält, glaubt mir – es ist absolut notwendig! 😀

Der Funk-Blitz war auf einem Stativ so knapp wie möglich seitlich der Kamera. Dabei habe ich auch versucht zu schauen, dass der Blitz von oben kommt, aber doch noch etwas von vorne – ich hätte mir ja sonst mit der Hand beim Fallen-lassen des Riegels selbst einen Schatten gemacht. So ging der Blitz von vorne direkt drauf.

Auf die seitlichen Blitze hab ich eine dünne Lage von einem Papiertaschentuch gelegt (wie oben schon erwähnt, wegen den Überstrahlungen). Beim externen Blitz hab ich die Streuscheibe genutzt. Die Plastikschutzfolie sollte man dann um die heiklen Dinge wickeln, z.B. Blitze, Stativ(e), bei Bedarf auch um die Kamera selbst – sollte diese so nah beim Milchglas stehen oder wenn man vor lauter Übermut den Riegel von sehr weit oben fallen lässt und dem entsprechend die Milch den halben Tisch versaut. (Ja, ich spreche hier aus Erfahrung) 😉

Sobald das Ganze mal aufgebaut war, ging es an die Kamera-Einstellungen. Das Glas war zu dem Zeitpunkt noch leer, zum Einstellen ist das auch nicht notwendig.

Meine Kamera-Einstellungen:

  • manueller Fokus
  • ISO 200
  • interner Blitz
  • manuelle Einstellungen
    • Blende 16
    • Belichtung 1/250

Jetzt heißt es solange ausprobieren, Fokus einrichten, Blitze einstellen, ausrichten, bis es auf den Testfotos passt. Ich habe die Höhe der Kamera am Stativ so eingestellt, dass ich einen schönen schrägen Winkel hatte, dass ich das Glas am Foto hatte, aber auch genug Luft nach oben für die Milchtropfenspritzer.

Dann das Glas mit der Milch füllen und den ersten Riegel herrichten. Beim Bekleben des Riegels habe ich aufpassen müssen, dass mir die Schoko vom Riegel nicht gleich zerschmilzt, weil das sonst auf den Fotos hässlich aussehen könnte. Aber wenn man den Riegel seitlich anfasst, dann ist das machbar.

Und dann geht’s auch schon los.

Mit der einen Hand hatte ich den Finger am Auslöser (wenn vorhanden, einen Fernauslöser nutzen), mit der zweiten Hand hielt ich seitlich mit den Fingern den Riegel über dem Glas Milch. Jetzt heißt es den richtigen Moment zu erwischen. Das erfordert ja doch einige Durchgänge. Dazwischen den Riegel immer wieder mit Küchenpapier trocken tupfen, damit keine Milchtropfen zu sehen sind, ebenfalls ist das Milchglas immer wieder zu füllen (wenn genügend Milch im Glas ist, reicht es das mit Wasser aufzufüllen). Aber nicht verzweifeln, man bekommt das schneller in den Griff als man anfangs glauben mag.

Das war’s somit auch mit meinem making-of. Jetzt seid ihr selbst dran! Viel Spaß!

Splash-Shooting – 21.12.2013

Ich wollte das schon länger mal machen und nach einer Idee bzw. einem to-do von Alexander Heinrichs/Blende 8, hab ich es mal mit meiner Ausrüstung ausprobiert. Alexander Heinrichs führt einiges an notwendigem Zubehör an, was ich aber nicht habe und darum hab ich es mit dem Vorhanden versucht das Beste daraus zu machen. Ob es mir gelungen ist, seht ihr an den Bildern! 😉

Die nächsten Tage wird noch ein kleines making-of folgen.
(Nachtrag: hier der Link dazu)

Noch ein Punkt zum Thema Lebensmittel. Da es mir wichtig ist, dass Lebensmittel nicht einfach so weggeschmissen werden, sondern dass man damit sorgfältig umgeht, möchte ich zu den Milch-Bildern etwas erklären.
Für diese Bilder habe ich abgelaufene Milch verwendet, die an sich vom Supermarkt weggeschmissen werden sollte. Fragt einfach bei einem Supermarkt nach. Anfangs wird man zwar etwas seltsam angesehen, wenn man aber kurz erklärt, für was man das benötigt, werdet ihr überrascht sein – an sich ist es verboten so eine Milch einem Kunden zu geben, aber wenn man freundlich nachfragt geht vieles!

Für die gesamte Fotoserie (+Testbilder) wurde 0,75ml Milch verwendet (zum Neuauffüllen genügt Wasser wenn der Großteil Milch im Glas ist – das sieht man an den Fotos nicht), die Schokoriegel wurden nach der Trockenlegungsphase ihrem eigentlichem Sinn zugeführt und genüßlich vernichtet! 😉

Wenn ihr Fragen habt, einfach anschreiben!

Mehr Bilder findet ihr dazu hier: Link (11 pics)

Homepage von Alexander Heinrichs: Link